Rechtsprechung

RS0010538

Verursachen eine körperliche Vorschädigung des Patienten und ein ihr nachfolgender ärztlicher Behandlungsfehler einen bestimmten Gesamtschaden, der durch keine dieser Ursachen allein, sondern nur durch ihr Zusammenwirken herbeigeführt werden konnte, so haftet der Arzt nicht für die Folgen einer schon vor Behandlungsbeginn bestehenden Grundschädigung, sondern nur für jenen weiteren Schaden, der durch sein Fehlverhalten verursacht wurde, soweit abgrenzbare Teilschäden feststellbar sind; andernfalls haben den Gesamtschaden der Arzt und der Geschädigte analog § 1304 ABGB zu gleichen Teilen zu tragen.

Rechtssatz:

Bei sog. summierten Immissionen, also solchen, die von verschiedenen Störern gemeinsam ausgehen, sind die Grundsätze des § 1302 ABGB sinngemäß anwendbar.

Gericht:
OGH
Geschäftszahl:
3Ob591/87; 4Ob75/08w; 2Ob113/11y; 1Ob258/11i; 3Ob228/12v; 1Ob236/15k; 6Ob98/17f
Entscheidung:
14.12.1988
Norm:
ABGB §364 A
ABGB §364a
ABGB §1302 A