KUNST &
ANTIQUITÄTEN
zurück

RECHTSPRECHUNG


RS0076367


Auf dem Gebiet der bildenden Kunst muss die schöpferische Gestaltung begrifflich mit einem gewissen Maß an Originalität verbunden sein; hier ist eine entsprechende Werkhöhe erforderlich, also eine Gestalt gewordene Idee, die den Stempel der persönlichen Eigenart ihres Schöpfers trägt oder sich zumindest durch eine persönliche Note von anderen Erzeugnissen ähnlicher Art abhebt. Die Voraussetzung einer bestimmten „Werkhöhe“ wurde jedoch in den jüngeren Entscheidungen nicht mehr gefordert, zumal Gerichte nicht zur Abgabe künstlerischer Werturteile geeignet sind (vgl T12).


Rechtssatz:

Auf dem Gebiet der bildenden Kunst muss die schöpferische Gestaltung begrifflich mit einem gewissen Maß an Originalität verbunden sein; hier ist eine entsprechende Werkhöhe erforderlich, also eine Gestalt gewordene Idee, die den Stempel der persönlichen Eigenart ihres Schöpfers trägt oder sich zumindest durch eine persönliche Note von anderen Erzeugnissen ähnlicher Art abhebt. Zu den Werken der bildenden Künste (§ 3 Abs 1 UrhG) gehören unter diesen Voraussetzungen insbesondere auch solche, deren Ausdrucksmittel die Graphik ist. (Eintausend Schilling - Banknote).

Gericht:
OGH

Geschäftszahl:
4Ob320/75; 4Ob336/75; 4Ob391/78; 4Ob344/79; 4Ob343/79; 4Ob385/79; 4Ob367/80; 4Ob399/80; 4Ob434/81; 4Ob337/84; 4Ob353/86; 4Ob76/89; 4Ob117/90; 4Ob95/91; 4Ob36/92; 4Ob53/92; 4Ob117/93; 4Ob1131/94; 4Ob58/95; 4Ob1060/95; 4Ob2085/96p; 4Ob94/01d; 4Ob248/02b; 4Ob162/08i; 4Ob175/08a; 4Ob184/13g; 4Ob142/15h; 4Ob64/17s

Schlagworte:

Entscheidung:
10.06.1975

Norm:
UrhG §1
UrhG §3 Abs1

Kategorie:


WEITERE INFORMATIONEN

Entscheidungstexte


4 Ob 320/75 4 Ob 320/75 Entscheidungstext OGH 10.06.1975 4 Ob 320/75 Veröff: ÖBl 1975,150
4 Ob 336/75 4 Ob 336/75 Entscheidungstext OGH 23.09.1975 4 Ob 336/75 Beisatz: Elektrogerätekatalog (T1) Veröff: ÖBl 1976,141
4 Ob 391/78 4 Ob 391/78 Entscheidungstext OGH 28.11.1978 4 Ob 391/78 nur: Auf dem Gebiet der bildenden Kunst muss die schöpferische Gestaltung begrifflich mit einem gewissen Maß an Originalität verbunden sein; hier ist eine entsprechende Werkhöhe erforderlich, also eine Gestalt gewordene Idee, die den Stempel der persönlichen Eigenart ihres Schöpfers trägt oder sich zumindest durch eine persönliche Note von anderen Erzeugnissen ähnlicher Art abhebt. (T2) Veröff: ÖBl 1979,84 (Grabdenkmal)
4 Ob 344/79 4 Ob 344/79 Entscheidungstext OGH 15.05.1979 4 Ob 344/79 Beisatz: Thorn News (T3) Veröff: ÖBl 1980,51
4 Ob 343/79 4 Ob 343/79 Entscheidungstext OGH 12.06.1979 4 Ob 343/79 nur T2
4 Ob 385/79 4 Ob 385/79 Entscheidungstext OGH 11.12.1979 4 Ob 385/79 Beisatz: Graphik von Hauszeichen. (T4) Veröff: ÖBl 1980,110
4 Ob 367/80 4 Ob 367/80 Entscheidungstext OGH 23.09.1980 4 Ob 367/80 Beisatz: Igel-Emblem-Bundesheer (T5) Veröff: ÖBl 1981,54
4 Ob 399/80 4 Ob 399/80 Entscheidungstext OGH 13.01.1981 4 Ob 399/80 nur T2; Beisatz: Bacher-Krippe (T6) Veröff: GRURInt 1981,582 = ÖBl 1981,138 (Bacherkrippe)
4 Ob 434/81 4 Ob 434/81 Entscheidungstext OGH 16.03.1982 4 Ob 434/81 Beisatz: Koch-Männchen (T7) Veröff: ÖBl 1983,21 (kritisch Schönherr-Nowakowski)
4 Ob 337/84 4 Ob 337/84 Entscheidungstext OGH 10.07.1984 4 Ob 337/84 nur T2; Beisatz: Mart Stam-Stuhl (T8) Veröff: ÖBl 1985,24 = GRURInt 1985,684
4 Ob 353/86 4 Ob 353/86 Entscheidungstext OGH 01.07.1986 4 Ob 353/86 nur T2; Beisatz: Der Grad des ästhetischen oder künstlerischen Wertes einer solchen Schöpfung hat bei dieser Beurteilung außer Betracht zu bleiben. Maßgebend ist allein die auf der Persönlichkeit seines Schöpfers beruhende Individualität des Werkes. (T9) Veröff: SZ 59/119 = JBl 1986,780 = GRURInt 1987,262 = MR 1986 H5,14 = ÖBl 1986,162
4 Ob 76/89 4 Ob 76/89 Entscheidungstext OGH 12.09.1989 4 Ob 76/89 Auch; Veröff: MR 1989,210 (M. Walter)
4 Ob 117/90 4 Ob 117/90 Entscheidungstext OGH 18.09.1990 4 Ob 117/90 nur T2; Beisatz: Hier: "Eigenschöpferische Tätigkeit in einem Kunstzweig" im Sinne des § 2 Abs 9 GewO. (T10) Veröff: MR 1990,236 = MR 1992,70 (Walter)
4 Ob 95/91 4 Ob 95/91 Entscheidungstext OGH 05.11.1991 4 Ob 95/91 nur T2; Beisatz: Le Corbusier-chaise-longue. (T11) Veröff: GRURInt 1992,674 = MR 1992,27 (Anmerkung Walter)
4 Ob 36/92 4 Ob 36/92 Entscheidungstext OGH 07.04.1992 4 Ob 36/92 Vgl aber; nur T2; Beisatz: Mit dem Erfordernis einer gewissen "Werkhöhe" ist ein Merkmal in die Beurteilung der Urheberrechtsschutzfähigkeit eingeführt worden, das zwangsläufig eine künstlerische Bewertung voraussetzt. Gerade zur Abgabe solcher künstlerischer Werturteile sind aber auch die Gerichte nicht geeignet. (T12) Veröff: SZ 65/51 = EvBl 1993/36 S 170 = WBl 1992,340 = GRURInt 1993,565 = ÖBl 1992,81 = MR 1992,199 (Walter)
4 Ob 53/92 4 Ob 53/92 Entscheidungstext OGH 16.06.1992 4 Ob 53/92 Vgl aber; nur T2; Beis wie T12; Beisatz: Klagenfurt - "Lindwurm". (T13) Veröff: MR 1993,72
4 Ob 117/93 4 Ob 117/93 Entscheidungstext OGH 12.10.1993 4 Ob 117/93 Auch
4 Ob 1131/94 4 Ob 1131/94 Entscheidungstext OGH 06.12.1994 4 Ob 1131/94 Vgl; Beisatz: Das Schaffensergebnis muss eine individuelle Eigenart, also eine auf der Persönlichkeit seines Schöpfers beruhende Individualität aufweisen. (T14)
4 Ob 58/95 4 Ob 58/95 Entscheidungstext OGH 11.07.1995 4 Ob 58/95 Vgl aber; Beisatz: Eine bestimmte Werkhöhe ist nicht erforderlich; die Leistung muss aber individuell eigenartig sein. (T15)
4 Ob 1060/95 4 Ob 1060/95 Entscheidungstext OGH 19.09.1995 4 Ob 1060/95 Vgl aber; Beis wie T15 nur: Eine bestimmte Werkhöhe ist nicht erforderlich. (T16)
4 Ob 2085/96p 4 Ob 2085/96p Entscheidungstext OGH 14.05.1996 4 Ob 2085/96p Vgl aber; nur T2; Beis wie T9; Beis wie T15; Beisatz: Türschild "Entenmotiv". (T17)
4 Ob 94/01d 4 Ob 94/01d Entscheidungstext OGH 24.04.2001 4 Ob 94/01d Vgl aber; Beis wie T15; Beis wie T14; Beisatz: Für das Vorliegen eines Werks der bildenden Kunst ist nur entscheidend, dass das Schaffensergebnis objektiv als Kunst interpretierbar ist. Diese Voraussetzung ist erfüllt, wenn es mit den Darstellungsmitteln der bildenden Künste durch formgebende Tätigkeit hervorgebracht und zum Anschauen bestimmt ist. (T18) Beisatz: Als angewandte Kunst kann auch Gebrauchsgrafik geschützt sein; Eine Gebrauchsgrafik ist daher nur dann urheberrechtlich geschützt, wenn sie in diesem Sinn individuell und originell ist. Das gilt auch für das Layout einer Website. (T19)
4 Ob 248/02b 4 Ob 248/02b Entscheidungstext OGH 17.12.2002 4 Ob 248/02b Vgl auch; Beisatz: Die grafische Gestaltung der einzelnen Webseiten mit einer vertikalen Menüleiste am linken und einem horizontalen Werbebanner am oberen Seitenrand geht über eine rein handwerkliche, routinemäßige Leistung, die sich im Rahmen des Alltäglichen und Üblichen bewegt, nicht hinaus und entbehrt individueller Gestaltungselemente; sie ist damit kein Werk im Sinn des § 1 UrhG. Das Sichtbarmachen nur von Teilen der klägerischen Webseiten durch Links auf der Site der Beklagten ist daher keine unzulässige Werkbearbeitung im Sinn einer Umgestaltung der Ausgangsseite. (T20) Veröff: SZ 2002/171
4 Ob 162/08i 4 Ob 162/08i Entscheidungstext OGH 14.10.2008 4 Ob 162/08i Vgl auch; Beisatz: Die Schöpfung muss zu einem individuellen und originellen Ergebnis geführt haben. (T21) Beisatz: Es bedarf keines besonderen Maßes an Originalität. Es genügt, dass eine individuelle Zuordnung zwischen Werk und Schöpfer insofern möglich ist, als dessen Persönlichkeit auf Grund der von ihm gewählten Gestaltungsmittel zum Ausdruck kommt und eine Unterscheidbarkeit bewirkt. (T22) Beisatz: Hier: Schokoladeschuh, Werkcharakter verneint. (T23) Veröff: SZ 2008/147
4 Ob 175/08a 4 Ob 175/08a Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 175/08a Vgl auch; Beisatz: Hier: Fotostrecke. (T24)
4 Ob 184/13g 4 Ob 184/13g Entscheidungstext OGH 17.12.2013 4 Ob 184/13g Vgl auch; Beis wie T22; Beisatz: Hier: Liveübertragung einer Sportveranstaltung. (T25); Veröff: SZ 2013/124
4 Ob 142/15h 4 Ob 142/15h Entscheidungstext OGH 23.02.2016 4 Ob 142/15h Auch; Beis ähnlich wie T14
4 Ob 64/17s 4 Ob 64/17s Entscheidungstext OGH 26.09.2017 4 Ob 64/17s Auch; Beis wie T22