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RECHTSPRECHUNG


RS0109021


Eine stillschweigende Erklärung im Sinne des § 863 ABGB besteht in einem Verhalten, das primär etwas anderes als eine Erklärung bezweckt, dem aber dennoch auch ein Erklärungswert zukommt, der vornehmlich aus diesem Verhalten und den Begleitumständen geschlossen wird. Sie kann in einer positiven Handlung (konkludente oder schlüssige Willenserklärung) oder in einem Unterlassen (Schweigen) bestehen. Nach den von Lehre und Rechtsprechung geforderten Kriterien muss die Handlung – oder Unterlassung – nach der Verkehrssitte und nach den im redlichen Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuchen eindeutig in einer Richtung zu verstehen sein, also den zwingenden Schluss zulassen, dass die Parteien einen Vertrag schließen, ändern oder aufheben wollten. Es darf kein vernünftiger Grund bestehen, daran zu zweifeln, dass ein ganz bestimmter Rechtsfolgewille vorliegt, wobei stets die gesamten Umstände des Einzelfalls zur Beurteilung heranzuziehen sind. Jedenfalls setzt die Annahme einer schlüssigen Erklärung gewisse Kenntnisse des Erklärenden (Duldenden) über die im Zeitpunkt seines Verhaltens vorliegenden maßgeblichen Umstände voraus.


Rechtssatz:

Eine stillschweigende Erklärung im Sinne des § 863 ABGB besteht in einem Verhalten, das primär etwas anderes als eine Erklärung bezweckt, dem aber dennoch auch ein Erklärungswert zukommt, der vornehmlich aus diesem Verhalten und den Begleitumständen geschlossen wird. Sie kann in einer positiven Handlung (konkludente oder schlüssige Willenserklärung) oder in einem Unterlassen (Schweigen) bestehen. Nach den von Lehre und Rechtsprechung geforderten Kriterien muss die Handlung - oder Unterlassung - nach der Verkehrssitte und nach den im redlichen Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuchen eindeutig in einer Richtung zu verstehen sein, also den zwingenden Schluss zulassen, dass die Parteien einen Vertrag schließen, ändern oder aufheben wollten. Es darf kein vernünftiger Grund bestehen, daran zu zweifeln, dass ein ganz bestimmter Rechtsfolgewille vorliegt, wobei stets die gesamten Umstände des Einzelfalls zur Beurteilung heranzuziehen sind.

Gericht:
OGH

Geschäftszahl:
1Ob2297/96t; 9ObA136/99m; 1Ob36/00a; 3Ob22/01h; 5Ob201/01x; 8Ob85/02m; 8Ob132/02y; 7Ob304/02k; 5Ob106/03d; 8Ob131/03b; 3Ob126/03f; 8Ob78/04k; 7Ob280/04h; 6Ob95/08a; 4Ob173/08g; 1Ob8/10y; 4Ob105/10k; 6Ob177/10p; 1Ob196/10w; 8Ob84/10a; 8Ob45/11t; 3Ob179/11m; 1Ob181/11s; 2Ob194/11k; 3Ob43/12p; 8Ob95/12x; 3Ob179/12p; 7Ob151/13a; 7Ob175/13f; 4Ob53/14v; 10Ob11/14m; 7Ob160/14a; 8Ob122/14w; 6Ob209/15a; 6Ob27/16p; 9ObA108/16x

Schlagworte:

Entscheidung:
28.10.1997

Norm:
ABGB §863 A

Kategorie:


WEITERE INFORMATIONEN

Entscheidungstexte


1 Ob 2297/96t 1 Ob 2297/96t Entscheidungstext OGH 28.10.1997 1 Ob 2297/96t
9 ObA 136/99m 9 ObA 136/99m Entscheidungstext OGH 17.11.1999 9 ObA 136/99m Auch; nur: Nach den von Lehre und Rechtsprechung geforderten Kriterien muss die Handlung - oder Unterlassung - nach der Verkehrssitte und nach den im redlichen Verkehr geltenden Gewohnheiten und Gebräuchen eindeutig in einer Richtung zu verstehen sein, also den zwingenden Schluss zulassen, dass die Parteien einen Vertrag schließen, ändern oder aufheben wollten. Es darf kein vernünftiger Grund bestehen, daran zu zweifeln, dass ein ganz bestimmter Rechtsfolgewille vorliegt, wobei stets die gesamten Umstände des Einzelfalls zur Beurteilung heranzuziehen sind. (T1)
1 Ob 36/00a 1 Ob 36/00a Entscheidungstext OGH 06.10.2000 1 Ob 36/00a Beisatz: Jedenfalls setzt die Annahme einer schlüssigen Erklärung gewisse Kenntnisse des Erklärenden (Duldenden) über die im Zeitpunkt seines Verhaltens vorliegenden maßgeblichen Umstände voraus. (T2)
3 Ob 22/01h 3 Ob 22/01h Entscheidungstext OGH 11.07.2001 3 Ob 22/01h Vgl auch
5 Ob 201/01x 5 Ob 201/01x Entscheidungstext OGH 18.12.2001 5 Ob 201/01x Auch; nur: Stets sind die gesamten Umstände des Einzelfalls zur Beurteilung heranzuziehen. (T3)
8 Ob 85/02m 8 Ob 85/02m Entscheidungstext OGH 19.04.2002 8 Ob 85/02m nur T3
8 Ob 132/02y 8 Ob 132/02y Entscheidungstext OGH 08.08.2002 8 Ob 132/02y
7 Ob 304/02k 7 Ob 304/02k Entscheidungstext OGH 29.01.2003 7 Ob 304/02k Vgl auch
5 Ob 106/03d 5 Ob 106/03d Entscheidungstext OGH 07.10.2003 5 Ob 106/03d nur T3; Beis wie T2
8 Ob 131/03b 8 Ob 131/03b Entscheidungstext OGH 18.12.2003 8 Ob 131/03b
3 Ob 126/03f 3 Ob 126/03f Entscheidungstext OGH 25.02.2004 3 Ob 126/03f
8 Ob 78/04k 8 Ob 78/04k Entscheidungstext OGH 24.09.2004 8 Ob 78/04k Auch
7 Ob 280/04h 7 Ob 280/04h Entscheidungstext OGH 15.12.2004 7 Ob 280/04h nur T1; Beisatz: Hier: konkludente Versicherungsvertragsverlängerung. (T4)
6 Ob 95/08a 6 Ob 95/08a Entscheidungstext OGH 05.06.2008 6 Ob 95/08a Vgl; Beisatz: Die Beurteilung von konkludenten Willenserklärungen ist regelmäßig einzelfallbezogen und stellt in der Regel keine erhebliche Rechtsfrage dar. (T5)
4 Ob 173/08g 4 Ob 173/08g Entscheidungstext OGH 18.11.2008 4 Ob 173/08g Vgl; Beisatz: Ob eine konkludente Willenserklärung vorliegt und welchen Inhalt sie gegebenenfalls hat, ist regelmäßig einzelfallbezogen und begründet daher im Allgemeinen keine Rechtsfrage erheblicher Bedeutung. (T6)
1 Ob 8/10y 1 Ob 8/10y Entscheidungstext OGH 09.03.2010 1 Ob 8/10y Auch; Beisatz: Hier: Keine nachträgliche (konkludente) Abänderung des bereits zustande gekommenen Vertrags. (T7)
4 Ob 105/10k 4 Ob 105/10k Entscheidungstext OGH 31.08.2010 4 Ob 105/10k Vgl auch; Beis wie T5; Beis wie T6
6 Ob 177/10p 6 Ob 177/10p Entscheidungstext OGH 22.09.2010 6 Ob 177/10p Vgl; Beis wie T6
1 Ob 196/10w 1 Ob 196/10w Entscheidungstext OGH 15.12.2010 1 Ob 196/10w nur T3; Vgl auch Beis wie T2; Vgl auch Beis wie T5; Vgl auch Beis wie T6
8 Ob 84/10a 8 Ob 84/10a Entscheidungstext OGH 22.02.2011 8 Ob 84/10a Ähnlich; Beis wie T5
8 Ob 45/11t 8 Ob 45/11t Entscheidungstext OGH 25.05.2011 8 Ob 45/11t Vgl auch; Beis wie T5
3 Ob 179/11m 3 Ob 179/11m Entscheidungstext OGH 12.10.2011 3 Ob 179/11m Auch
1 Ob 181/11s 1 Ob 181/11s Entscheidungstext OGH 22.12.2011 1 Ob 181/11s Vgl auch; Beis wie T5
2 Ob 194/11k 2 Ob 194/11k Entscheidungstext OGH 08.03.2012 2 Ob 194/11k nur T1; nur T3
3 Ob 43/12p 3 Ob 43/12p Entscheidungstext OGH 18.04.2012 3 Ob 43/12p Auch
8 Ob 95/12x 8 Ob 95/12x Entscheidungstext OGH 13.09.2012 8 Ob 95/12x nur T1
3 Ob 179/12p 3 Ob 179/12p Entscheidungstext OGH 17.10.2012 3 Ob 179/12p Auch; nur T1; Beis wie T2; Beisatz: Hier: Abtretung von Unterlassungsansprüchen an die Eigentümergemeinschaft verneint. (T8)
7 Ob 151/13a 7 Ob 151/13a Entscheidungstext OGH 13.11.2013 7 Ob 151/13a
7 Ob 175/13f 7 Ob 175/13f Entscheidungstext OGH 29.01.2014 7 Ob 175/13f
4 Ob 53/14v 4 Ob 53/14v Entscheidungstext OGH 23.04.2014 4 Ob 53/14v Vgl auch
10 Ob 11/14m 10 Ob 11/14m Entscheidungstext OGH 23.04.2014 10 Ob 11/14m Vgl auch; Beis wie T5
7 Ob 160/14a 7 Ob 160/14a Entscheidungstext OGH 29.10.2014 7 Ob 160/14a Beis wie T2
8 Ob 122/14w 8 Ob 122/14w Entscheidungstext OGH 19.12.2014 8 Ob 122/14w Vgl; Beis wie T5; Beis wie T6
6 Ob 209/15a 6 Ob 209/15a Entscheidungstext OGH 26.11.2015 6 Ob 209/15a Vgl; Beis wie T5; Beis wie T6
6 Ob 27/16p 6 Ob 27/16p Entscheidungstext OGH 26.04.2016 6 Ob 27/16p Auch; Beis wie T5
9 ObA 108/16x 9 ObA 108/16x Entscheidungstext OGH 29.09.2016 9 ObA 108/16x Beis ähnlich wie T5; Beis ähnlich wie T6