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RECHTSPRECHUNG


RS0070966


Notweg als Ausnahme: Die Bestimmungen des NWG müssen einschränkend ausgelegt werden. Die Fälle der Bewilligung einer neuen Wegeanlage sollen möglichst eingeschränkt werden. Grundsätzlich hat der Erwerber eines Grundstückes für dessen hinreichende Verbindung mit dem öffentlichen Wegenetz selbst Vorsorge zu treffen. Aus dem NWG ist insgesamt abzuleiten, dass der durch den Notweg betroffene Liegenschaftseigentümer möglichst wenig belastet werden soll. Die Verpflichtung zur Duldung eines Notwegs ist daher nur dann gerechtfertigt, wenn sie die einzige Möglichkeit darstellt, wichtige Interessen des Antragstellers zu wahren.


Rechtssatz:

Die Bestimmungen des NWG müssen einschränkend ausgelegt werden.

Gericht:
OGH

Geschäftszahl:
7Ob73/56; 2Ob647/56; 1Ob121/70; 5Ob179/74; 6Ob804/77; 8Ob584/88; 2Ob514/89 (2Ob515/89); 7Ob552/94; 3Ob115/98b; 8Ob195/99f; 1Ob31/01t; 7Ob208/02t; 3Ob183/03p; 5Ob1/04i; 7Ob175/04t; 6Ob96/06w; 3Ob235/05p; 3Ob278/06p; 8Ob15/08a; 1Ob122/08k; 8Ob23/10f; 7Ob228/10w; 1Ob211/11b; 1Ob145/12y; 6Ob163/13h; 9Ob12/14a; 8Ob11/14x

Schlagworte:

Entscheidung:
22.02.1956

Norm:
NWG §1
NWG §4

Kategorie:


WEITERE INFORMATIONEN

Entscheidungstexte


7 Ob 73/56 7 Ob 73/56 Entscheidungstext OGH 22.02.1956 7 Ob 73/56
2 Ob 647/56 2 Ob 647/56 Entscheidungstext OGH 20.02.1957 2 Ob 647/56
1 Ob 121/70 1 Ob 121/70 Entscheidungstext OGH 02.07.1970 1 Ob 121/70 LwBetr 1972,120
5 Ob 179/74 5 Ob 179/74 Entscheidungstext OGH 23.10.1974 5 Ob 179/74 Beisatz: Die Fälle der Bewilligung einer neuen Wegeanlage sollen möglichst eingeschränkt werden. (T1)
6 Ob 804/77 6 Ob 804/77 Entscheidungstext OGH 02.03.1978 6 Ob 804/77
8 Ob 584/88 8 Ob 584/88 Entscheidungstext OGH 23.02.1989 8 Ob 584/88 Veröff: RZ 1989/45 S 120
2 Ob 514/89 2 Ob 514/89 Entscheidungstext OGH 28.02.1989 2 Ob 514/89
7 Ob 552/94 7 Ob 552/94 Entscheidungstext OGH 29.06.1994 7 Ob 552/94 Veröff: SZ 67/119
3 Ob 115/98b 3 Ob 115/98b Entscheidungstext OGH 27.05.1998 3 Ob 115/98b
8 Ob 195/99f 8 Ob 195/99f Entscheidungstext OGH 22.12.1999 8 Ob 195/99f Beisatz: Grundsätzlich hat der Erwerber eines Grundstückes für dessen hinreichende Verbindung mit dem öffentlichen Wegenetz selbst Vorsorge zu treffen. (T2)
1 Ob 31/01t 1 Ob 31/01t Entscheidungstext OGH 24.04.2001 1 Ob 31/01t
7 Ob 208/02t 7 Ob 208/02t Entscheidungstext OGH 11.12.2002 7 Ob 208/02t Beis wie T2
3 Ob 183/03p 3 Ob 183/03p Entscheidungstext OGH 26.09.2003 3 Ob 183/03p Auch; Beis wie T2; Veröff: SZ 2003/113
5 Ob 1/04i 5 Ob 1/04i Entscheidungstext OGH 24.02.2004 5 Ob 1/04i
7 Ob 175/04t 7 Ob 175/04t Entscheidungstext OGH 28.07.2004 7 Ob 175/04t
6 Ob 96/06w 6 Ob 96/06w Entscheidungstext OGH 24.05.2006 6 Ob 96/06w
3 Ob 235/05p 3 Ob 235/05p Entscheidungstext OGH 27.06.2006 3 Ob 235/05p
3 Ob 278/06p 3 Ob 278/06p Entscheidungstext OGH 29.03.2007 3 Ob 278/06p Beisatz: Aus § 4 NWG ist insgesamt abzuleiten, dass der durch den Notweg betroffene Liegenschaftseigentümer möglichst wenig belastet werden soll. (T3); Veröff: SZ 2007/52
8 Ob 15/08a 8 Ob 15/08a Entscheidungstext OGH 03.04.2008 8 Ob 15/08a Beisatz: Die Verpflichtung zur Duldung eines Notwegs ist daher nur dann gerechtfertigt, wenn sie die einzige Möglichkeit darstellt, wichtige Interessen des Antragstellers zu wahren. (T4)
1 Ob 122/08k 1 Ob 122/08k Entscheidungstext OGH 26.02.2009 1 Ob 122/08k Beis wie T2
8 Ob 23/10f 8 Ob 23/10f Entscheidungstext OGH 23.03.2010 8 Ob 23/10f Auch; Beisatz: Im Sinn des Grundsatzes der einschränkenden Auslegung der Bestimmungen zur Einräumung eines Notwegs ist zu Gunsten der geschützten Grundflächen (hier Haus‑ bzw Vorgärten) kein kleinlicher Maßstab anzulegen. (T5); Beisatz: Die Bewilligung einer neuen Weganlage ist restriktiv zu handhaben. Eine sich auf einen schon bestehenden Weg beziehende Notwegvariante schließt eine neue Weganlage daher in der Regel aus, außer sie erweist sich als unzumutbar. Der Notwegebedürftige muss demnach auf eine schon bestehende Wegvariante zurückgreifen, auch wenn die Distanz zur Anbindung an das öffentliche Wegenetz größer wird und die Kosten für die Herstellung und Erhaltung dieser Verbindung höher sind. (T6)
7 Ob 228/10w 7 Ob 228/10w Entscheidungstext OGH 11.05.2011 7 Ob 228/10w
1 Ob 211/11b 1 Ob 211/11b Entscheidungstext OGH 22.12.2011 1 Ob 211/11b Beis wie T5
1 Ob 145/12y 1 Ob 145/12y Entscheidungstext OGH 06.09.2012 1 Ob 145/12y Auch; Beis wie T2; Beis wie T4
6 Ob 163/13h 6 Ob 163/13h Entscheidungstext OGH 28.11.2013 6 Ob 163/13h Beisatz: Hier: Die bisherige Benützbarkeit des Hauses als Sommerhaus rechtfertigt keinen Notweg, zumal ein benützbarer Fußweg zum Haus vorhanden ist. (T7)
9 Ob 12/14a 9 Ob 12/14a Entscheidungstext OGH 29.04.2014 9 Ob 12/14a
8 Ob 11/14x 8 Ob 11/14x Entscheidungstext OGH 29.09.2014 8 Ob 11/14x Beisatz: Das NWG bildet keine Rechtsgrundlage für einen Anspruch auf bloße Verbindung zweier durch ein fremdes Grundstück getrennter Liegenschaften, selbst wenn deren sinnvolle Nutzung von einer solchen Verbindung abhängig wäre. (T8)