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RECHTSPRECHUNG


RS0027769


Kaufte ein Bankkunde in wirtschaftlicher Eigenständigkeit Optionen beziehungsweise Optionsscheine an und machte selbst er der Bank wegen der einzelnen Geschäfte keinen Vorwurf dahin, dass ihm von diesen hätte abgeraten werden müssen, ist die Bank ihrer Warnpflicht und Aufklärungspflicht schon dadurch nachgekommen, dass sie ganz allgemein auf die Risikoträchtigkeit von Optionsgeschäften hingewiesen und die Durchführung solcher Geschäfte in nur geringem Ausmaß empfohlen hat.


Rechtssatz:

Kaufte ein Bankkunde in wirtschaftlicher Eigenständigkeit Optionen beziehungsweise Optionsscheine an und machte selbst er der Bank wegen der einzelnen Geschäfte keinen Vorwurf dahin, dass ihm von diesen hätte abgeraten werden müssen, ist die Bank ihrer Warnpflicht und Aufklärungspflicht schon dadurch nachgekommen, dass sie ganz allgemein auf die Risikoträchtigkeit von Optionsgeschäften hingewiesen und die Durchführung solcher Geschäfte in nur geringem Ausmaß empfohlen hat.

Gericht:
OGH

Geschäftszahl:
1Ob632/94; 10Ob54/97g; 6Ob268/00f; 9Ob219/00x; 7Ob267/02v; 7Ob37/04y; 2Ob236/04a; 1Ob88/11i; 6Ob86/14m; 6Ob229/14s; 1Ob21/16v; 3Ob191/17k

Schlagworte:

Entscheidung:
23.05.2018

Norm:
ABGB §1295 IIf7f
ABGB §1299 E ABGB § 1295 heute ABGB § 1295 gültig ab 01.01.1917 zuletzt geändert durch RGBl. Nr. 69/1916 ABGB § 1299 heute ABGB § 1299 gültig ab 01.01.1812

Kategorie:


WEITERE INFORMATIONEN

Entscheidungstexte


1 Ob 632/94 1 Ob 632/94 Entscheidungstext OGH 23.11.1994 1 Ob 632/94
10 Ob 54/97g 10 Ob 54/97g Entscheidungstext OGH 17.03.1998 10 Ob 54/97g Vgl auch; Beisatz: Da dem Bankkunden zugemutet werden kann, dass er seine wirtschaftlichen Interessen ausreichend zu wahren weiß, käme eine andere Vorgangsweise einer Bevormundung des spekulierenden Kunden gleich (1 Ob 632/94 = ÖBA 1995, 483). (T1)
6 Ob 268/00f 6 Ob 268/00f Entscheidungstext OGH 23.11.2000 6 Ob 268/00f Vgl auch; Beis ähnlich wie T1
9 Ob 219/00x 9 Ob 219/00x Entscheidungstext OGH 08.11.2000 9 Ob 219/00x Vgl auch; Beisatz: Die Bank hat durch den Hinweis auf die Möglichkeit eines Totalverlustes bei Optionsscheinen im Allgemeinen und das ausdrückliche Abraten vom Ankauf von Währungsoptionsscheinen ihrer Aufklärungspflicht und Warnpflicht genügt hat. (T2)
7 Ob 267/02v 7 Ob 267/02v Entscheidungstext OGH 29.01.2003 7 Ob 267/02v Vgl auch; Beisatz: Derartige Aufklärungspflichten dürfen - auch bei zu Spekulationsgeschäften entschlossenen Kunden - nicht überspannt werden (keine Bevormundung des spekulierenden Kundens). (T3)
7 Ob 37/04y 7 Ob 37/04y Entscheidungstext OGH 17.03.2004 7 Ob 37/04y Vgl auch; Beis wie T3
2 Ob 236/04a 2 Ob 236/04a Entscheidungstext OGH 20.01.2005 2 Ob 236/04a Auch; Beis wie T1; Beis wie T2; Beisatz: Bei kreditfinanzierten Anlageschäften sind Ausschlüsse jeglicher Beratung unwirksam. (T4)
1 Ob 88/11i 1 Ob 88/11i Entscheidungstext OGH 24.05.2011 1 Ob 88/11i Vgl auch; Beisatz: Hier: Zins‑Cap‑Optionsschein. (T5)
6 Ob 86/14m 6 Ob 86/14m Entscheidungstext OGH 26.06.2014 6 Ob 86/14m Auch; Beis ähnlich wie T3
6 Ob 229/14s 6 Ob 229/14s Entscheidungstext OGH 19.02.2015 6 Ob 229/14s Auch; Beis wie T3
1 Ob 21/16v 1 Ob 21/16v Entscheidungstext OGH 27.09.2016 1 Ob 21/16v Vgl auch
3 Ob 191/17k 3 Ob 191/17k Entscheidungstext OGH 23.05.2018 3 Ob 191/17k Vgl auch; Veröff: SZ 2018/39